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Endlich Öffnung des Einkauffensters?

Gestern endlich der schon von vielen Seiten erhoffte und auch von technischen Seite absolut nicht überraschende Rückgang. Und im Gegensatz zu früheren Ansätzen von Rückgang, wurde der gestrige weder in der zweiten Tageshälfte noch oder an der elektronischen Nachtsitzung unterbrochen. Ein stetiger und «geordneter» Rückgang, welcher sich auch heute in den frühen Morgenstunden im elektronischen Handel fortsetzte.

Es scheint, dass zum Schluss eines Monats mit einer gewaltigen Kurssteigerung, doch noch so genannte Gewinnmitnahmen einsetzen. Aber wie immer wieder hier betont, dies dürfte lediglich eine Verschnaufpause auf dem weiteren Weg nach oben sein. Eine ganz zaghafte und vage Hochrechnung ergibt Möglichkeit für Preisrückgang von vielleicht CHF 2.50 per 100 Liter – ist aber wie gesagt eine sehr vorsichtige Schätzung, welche sehr schnell durch Faktoren wie Dollar schnell massiv verändert werden kann.

Auslöser für den gestrigen Rückgang dürften die in den Fokus gerückten Reduzierungen der Fördereinschränkungen (also einfach gesagt eine Produktionserhöhung) der OPEC-PLUS Allianz sein. Bestimmt ist da aber noch gar nichts – verhandelt über Pro und Contra wird erst am Treffen vom kommenden Donnerstag, 4. März.

Auf der Gegenseite meldet die Administration Biden, dass in den vergangenen fünf Wochen ca. 50 Millionen US-Bürger geimpft worden seien. Das entspricht ca. 15% der gesamten US-Bevölkerung (ca. 330Mio Einwohner). Ein forsches Tempo, welches natürlich grosse Hoffnungen auf «baldige Normalität» in der grössten Volkwirtschaft weltweit weckt.

Also den Markt genau verfolgen und sich nicht in irgendwelchen Wunschpreisvorstellungen verrennen.

Börsendaten 26.2. 2021 um 07:50h

ICE-Gasoil MAR: $536.25 (-6.00$)

ICE-Brent APR: $66.05 (-0.83$)

NY-Rohöl WTI APR $62.73 (-0.80$)

US-Dollar/CHF: 0.9047 (-0.0004)

Stetig stark steigend

Nachdem die Kurse wochenlang ohne grössere Bewegungen vor sich hin geplänkelt sind, brachen Sie Anfang letzter Woche nach oben aus und haben den Kurs seitdem nicht mehr verlassen. Auch heute Morgen erwarten wir Preise über einen Franken höher als gestern Morgen.

Bei der Interpretation des wöchentlichen Ölbestandsberichts des US-Energieministeriums  legten die Marktteilnehmer ihren Fokus am gestrigen Mittwoch nicht auf die Rohölvorräte, sondern auf die Rohölproduktion.

Die grossen Exporteure erwägten gemäss Insider-Informationen eine leichte Erhöhung der Förderquote über 500’000 Barrel pro Tag. Die Massnahme sei ab April denkbar. Grund sei eine Erholung bei den Preisen für Rohöl. Einige Länder seien jedoch dafür das jetzige Niveau angesichts des Risikos neuer Rückschläge im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu halten. 

Rücksetzer sind natürlich möglich und nur eine Frage der Zeit. Die Frage ist auf welchem Niveau und wie stark. Daher hier nochmals der Appell: Messen Sie Ihren Heizölstand und erwägen Sie den Tank noch vor dem Sommer aufzufüllen, damit Sie entspannt in den Winter starten können.

Börsendaten 25.02.2021 um 08.30h

ICE-Gasoil MAR: $545.25

ICE-Brent APR: $67.37

NY-Rohöl WTI MÄRZ $63.50

US-Dollar/CHF: 0.9065

Saudi-Arabien verteidigt reduzierte Förderung

Gestern einmal Tag, welcher als einer der wenigen im Februar aus «der Reihe tanzte» – will heissen nicht den ganzen Tag nur nach oben ging. Endlich einmal schwächelten die Ölwerte ganz leicht und gingen unter den morgendlichen Werten aus dem Markt. Aber das Spiel wäre zu schön, wenn nicht doch noch ein «Spielverderber» ins Geschehen eingegriffen hätte. Der Dollar! Der legte gestern rund einen Rappen zu und vernichtet beinahe voll umfänglich den Rückgang der Ölwerte! (Oel wird an den Börsen in $ gehandelt und erst an der «Grenze bei Verzollung» in CH-Franken umgerechnet, deshalb verteuert ein steigender $ unsere Heizöl- und Treibstoffpreise).

Seit Montag 1. Februar bis gestern hat sich Gasoil in der Spitze von rund $445/Tonne auf rund $545/Tonne umgerechnet knappe 23% verteuert, ohne auch nur einen einzigen Ansatz von Schwäche zu zeigen. Vielleicht neigen nun aber gegen Ende des Monats die mittelfristig orientierten Anleger doch dazu, einen Teil dieser satten Gewinne zu realisieren, heisst wieder zu verkaufen. Das könnte dann zu einer Verschnaufpause auf dem aber weiterhin klar und deutlich vorgezeigten Weg nach oben sein, welcher wohl erst sein Ende finden dürfte, wenn die «Vor-Corona-Kurse» wieder erreicht sein werden.

Kommende Woche trifft sich die OPEC-PLUS Allianz, um das weitere Vorgehen der Förderpolitik zu beraten. Russland, mit eigenen Impfstoffen und starker Impfkampagne im Rücken, tendiert natürlich in Anbetracht der erhofften, wirtschaftlichen Erholung eher auf eine Erhöhung der seit vergangenem Sommer markant reduzierten Förderung. Saudi-Arabien hingegen, noch immer DER Marktführer und Sprachrohr der OPEC, verteidigt weiterhin eine restriktive Förderpolitik. Nicht zuletzt natürlich mit Blick auf die seit Monaten unaufhaltsam steigenden Ölpreise. Die Hoffnung auf Rückkehr in die wirtschaftliche Normalität in Verbindung mit Beibehaltung der Förderlimitierungen lässt die Ölpreise natürlich steigen. Auf diese Weise liesse sich ein Teil des vergangenen Jahres eingefahrenen Minderertrages wieder wettmachen.

Börsendaten 24.2. 2021 um 07:55h

ICE-Gasoil MAR: $531.00 (-1.00$)

ICE-Brent APR: $65.29 (-0.08$)

NY-Rohöl WTI APR $61.35 (-0.32$)

US-Dollar/CHF: 0.9057 (+0.0001)

Der Lemming Wanderung ist durch nichts aufzuhalten

Und die Bullenherde galoppiert weiter über die Börsenparkette, als gäbe es keine Hindernisse. Und scheinbar gibt es wirklich nichts, was das Tempo, die Kraft, den Elan der Haussebewegung auch nur einigermassen bremsen, zu schweigen denn aufhalten zu könnte. Das bringt uns heute erneut massiv höhere Heizöl- und Treibstoffpreise!

Der seit November und vor allem Anfang Februar anhaltende Haussegalopp kann nur mit dem absolut haltlosen Einbruch von vor genau einem Jahr verglichen werden – als Corona weltweit ausbrach und global innert kürzester Zeit alles, wirklich alles, zum Stillstand kam! Nur diesmal hat der Zug die Destination «Normalität» (wie immer die einmal wieder aussehen, anfühlen mag) eingeschlagen – vor einem Jahr ging es Richtung «Hoffnungslosigkeit – Machtlosigkeit».

Somit werden nur noch die preistreibenden Elemente, Faktoren und auch Gerüchte gewichtet. Negative (Preis) Faktoren werden beinahe komplett ausgeblendet und ignoriert. Es nützt also nichts, sich an seinen eigenen Marktanalysen und somit wohl auch Wunschpreisen zu klammern, auch wenn diese allenfalls ihre (marktwirtschaftlichen) Berechtigungen haben und fundiert sind. Die Lemminge sind schon vor langer Zeit losgerannt – und sie sind wohl nicht aufzuhalten, bis das Ziel erreicht ist. Und dieses Ziel kann nur noch heissen: Vor-Corona-Preisniveau!

Börsendaten 23.2. 2021 um 07:40h

ICE-Gasoil MAR: $538.75 (+12.75$)

ICE-Brent APR: $66.26 (+1.02$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $62.51 (+0.81$)

US-Dollar/CHF: 0.8958 (-0.0004)

Unerschütterliche Überzeugung

Die wirklich gute Chance für Abwärtskorrektur wurde am Freitag nicht genutzt oder zumindest zu wenig mit Überzeugung gehandhabt. Aber noch zum Wochenschluss in NY am Freitag spät waren die Chancen dazu für die eben angebrochene Woche intakt. Mit einem Kraftakt aber an der elektronischen Börse heute früh in der Nacht kauften die Haussiers den allenfalls übers Wochenende aufgebauten Schneid der Baissiers mit einer erheblich höheren Eröffnung gleich wieder ab.

Somit starten wir in die Woche statt mit wie erhofft und am Freitag aufgegleist tieferen mit nun höheren Heizöl- und Treibstoffpreisen. Es ist wirklich erstaunlich, dass nicht eine der in den vergangenen zwei Wochen gebotenen Chancen für einen ein bis dreitätigen Rückgang genutzt wurde – selbst im Wissen, dass der Grundtenor ohne jegliches Wenn und Aber ganz klar nach oben zeigt.

Die Überzeugung, dass schon «bald» oder «in absehbarer Zeit» (wie lange dies auch immer dauern wird) wieder Normalität vor allem im Nachfragesektor herrscht, scheint unglaublich hoch und vor allem absolut ungetrübt und unerschütterlich zu sein. Das heisst, die Zielbereiche der Investoren können nur die VOR-Corona-Kurse sein. Und dieser Bereich liegt beim Gasoil London bei ca. $650/Tonne, also noch ca. $120/130/Tonne unter dem aktuellen Niveau. Eine unglaubliche Dynamik, vor allem seit Anfang November, als Gasoil bei Erscheinen des ersten Impfstoffes noch leicht unter $280/Tonne notierte. Und an dieser Dynamik haben auch die seit November bis heute wütenden zweiten oder gar dritten Wellen nichts, aber auch gar nichts anhaben können. Und daran wird sich auch weiter nichts ändern.

Börsendaten 22.2. 2021um 07:30h

ICE-Gasoil MAR: $525.00 (+2.00$)
ICE-Brent APR: $63.88 (+0.97$)
NY-Rohöl WTI MÄRZ $60.12 (+0.88$)
US-Dollar/CHF: 0.8979 (+0.0011)

Tauwetter für die Bären

Gestern, nach einem flauen Hin und her bis Eröffnung NY um 15 Uhr, endlich ein Lebenszeichen der Bären – und zwar ein deutliches! Die gesamte Ölpreispallette geriet unter Druck, welcher sich auch nach Schluss des Parketthandels NY bis heute in die frühen Morgenstunden an der elektronischen Sitzung fortsetzte. Seit heute vier Uhr früh leider der Wehrmutstropfen in Form erneuter Erholung.

Aber nichts desto trotz, mit der gestrigen Bewegung sind – einmal mehr muss angefügt werden – Tür und Tor für eine Abwärtskorrektur geöffnet worden. Und dies trotz diesmal wirklich bullischer, preistreibender US Rohöllager Bestände gemäss dem Institut DOE. Also, die Vorlage ist gegeben, sie muss nur noch genutzt werden.

Die Kältewelle in weiten Teilen der USA und vor allem Texas hat die US Rohölförderung und deren Verarbeitung erheblich beeinträchtigt (die DOE Zahlen haben Erhebungsdatum vergangene Woche, also VOR Kältewelle. Deren Einfluss auf die US Rohölindustrie sollte sich also erst in den Zahlen von kommender Woche zeigen). Viele Installationen und auch Raffinerien mussten heruntergefahren werden. Nun wird aber ein Ende der Kältewelle für kommende Woche vorausgesagt. Und wie immer: die Hoffnung auf dieses «Ereignis» wird an der Börse sofort vorweggenommen, das heisst die Einflüsse der Kältewelle – also steigende Preise – fallen aus der berühmten Waagschale heraus. Und diese sollte sich nun – endlich nach einem beinahe dreiwöchigen, ununterbrochenen Anstieg – auf die Seite der Bären neigen, sprich tiefere Preise!

Aber eben, diese Abwärtskorrektur muss erst noch gestartet werden! Und nur dann – wirklich nur dann – dürfen wir auf tiefere Preise in den kommenden ein bis drei Tagen hoffen. Ja und dann im Anschluss wird uns der Bullen-Alltag wieder fest in den Griff nehmen. Also: wenn Abwärtskorrektur wirklich losgetreten wird, diese unbedingt nutzen.

Börsendaten 19.2. 2021um 07:30h

ICE-Gasoil MAR: $521.25 (-5.50$)

ICE-Brent APR: $63.17 (-0.76$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $59.67 (-0.85$)

US-Dollar/CHF: 0.8963 (+0.0004)

Die Frage scheint nicht OB, sondern WANN

Der seit Anfang Februar laufende Sturmlauf nach oben macht auch die überzeugtesten Haussiers phasenweise sprachlos – eine glückselige, lächelnde Sprachlosigkeit. Es ist erstaunlich, aber ebenso eindrücklich, dass jeglicher Versuch eine Abwärtskorrektur nur starten zu wollen – nicht zu sprechen von deren Auslösung – gleich sofort und unmissverständlich zertreten und komplett abgewürgt wird. Nicht einmal ein zaghaftes Wackeln des Haussetrends ist wahrnehmbar – nichts. Die Baissiers scheinen – in London wie in NY – wirklich inexistent, marktabwesend zu sein.

So auch gestern. Bis Eröffnung NY um 15 Uhr steigende Tendenz. Danach innert ca. 30 Minuten ein deutlicher Einbruch bei allen Produkten (Crude WTI fiel ca. $1.8/Fass!!) und anschliessend ging’s nur noch nach oben zu erneut neuen Tageshochkursen – überall. Als ob die Bullen diesen heftigen Rückgang gezielt inszeniert hätten, um auf tieferem Niveau sich neu positionieren zu können.

Dass das Thema «Lockdowns – Reiseinschränkungen – Minderverbrauch» abgehakt ist, war eigentlich schon Anfang November mit dem ersten Impfstoff klar (hier nachzulesen). Dass die Normalität – zumindest Ölbörsen-technisch – so schnell auf die Vor-Corona-Niveaus zurückkehrt, vermag aber doch zu erstaunen. Zeigt aber auch klar und deutlich auf, wie eine Börse funktioniert und worauf sie basiert: auf Hoffnungen in die rosige Zukunft im aktuellen Falle – auf dunklen Pessimismus vor einem Jahr, als die Ölwerte coronabedingt regelrecht ins Bodenlose fielen.

Es ist nun wohl nicht die Frage OB wir das Vor-Corona-Kursniveau erreichen, sondern WANN wir dieses wieder anpeilen! Und gut möglich, dass der vorhandene Schwung sogar ausreicht, die alten Tops von Mitte Januar 2020 sogar (deutlich) zu überbieten – auch dies eine Frage des psychologischen Marktverhaltens.

Wo liegen diese Tops? Beim Gasoil London bei rund $650/Tonne, Rohöl Brent London bei ca. $72/Fass und beim Crude WTI in NY bei ca. $65/Fass.

Die grösste Unbekannte ist natürlich immer die Zeitachse. Wann werden diese Ziele erreicht und vor allem geht es direkt nach oben oder mit Unterbrüchen in Form von Querphasen, wie wir sie ende Dezember und Mitte Januar erlebt haben. Damals dauerten die «Verschnaufpausen» ca. zwei bis drei Wochen.

Börsendaten 18.2. 2021um 07:50h

ICE-Gasoil MAR: $530.00 (+10.25$)

ICE-Brent APR: $64.88 (+0.54$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $61.53 (+0.39$)

US-Dollar/CHF: 0.8990 (-0.0001)

Noch $130/Tonne Aufwärtspotential?

Es gibt keine Handelstage, welche identisch mit dem Vortag oder den Vortagen sind. Aber das Muster, das Schema kann immer das gleiche sein. So auch in den aktuellen Zeiten. Jeglicher noch so leise, zaghafte und schüchterne Versuch der Baissiers wenigstens nur ansatzweise das Diktat an den Börsenschauplätzen zu übernehmen, wird umgehend von den alles dominierenden Bullen zerschlagen.

So auch gestern. Bis Eröffnung wurden die Bären mit ihrem Tun etwas an der langen Leine gehalten, die Kurse sanken nach unten. Aber als könnte man einen Knopf betätigen, wurde die Aktion beendet. Die Bullen senkten die Hörner und vertrieben die Bären zurück in den Wald und auf die Bäume.

Genauso wie die Kurse ziemlich genau vor einem Jahr ab Ende Februar absolut haltlos ins bodenlose zu fallen begannen (Gasoil London als Basis für unsere Diesel- und Heizölpreise von ca. $650/Tonne auf ca. $180/Tonne bis 2.H. April), scheint nun die gegenteilige Bewegung seit Anfang November in Gang gesetzt worden zu sein.

Anfang November, bei Einreichung der ersten Zulassungsbewilligung des ersten Impfstoffes starteten wir beim Gasoil bei ca. $280/Tonne – heute notieren wir knappe $520/Tonne. Nicht mehr lange und die Kurse werden sich verdoppelt haben.

Was kann, was wird das Ziel sein? Vorjahresniveau von $650/Tonne? Oder gar noch höher, wenn’s ja schon so schön läuft nach oben??

Aber die Hoffnung, dass doch noch eine Korrektur nach unten den Sturmlauf der Bullen kurz zu unterbrechen mag, bleiben – auch heute! Dazu dürfen aber einerseits die gestrigen Tops nicht überboten werden und andererseits sollte es die Bären schon schaffen, den heutigen Handelstag im Bereiche der tieferen Tageskurse zu beenden. Dann zeigt sich Morgenröte für eine kleine Abwärtskorrektur. Ob aber das Preisniveau von Anfang vergangener Woche erreicht wird, ist äussert fraglich

Börsendaten 17.2. 2021um 07:25h

ICE-Gasoil MAR: $519.25 (+4.00$)

ICE-Brent APR: $63.51 (+0.16$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $60.14 (+0.09$)

US-Dollar/CHF: 0.8936 (+0.0009)

Brandbeschleuniger

Gestern war Feiertag in den USA – der Börsen-Parketthandel geschlossen, lediglich die elektronische Sitzung geöffnet. In der Regel herrscht an diesen US-Feiertag nicht nur in den USA selbst, sondern auch bei uns in Europa, als an der ICE in London, regelrechte Flaute. Aber die Zeiten sind scheinbar nicht mehr «wie früher».

Gestern zu Beginn der neuen Handelswoche wurde nach dem freitäglichen unerwarteten und äusserst massiven Ausbruch nach oben an der elektronischen Börse nochmals neue Höchstwerte erzielt. Während Gasoil London das gewonnene Terrain verteidigte, und heute früh erneut nochmals neue Höchstwerte erzielte, verliert Crude WTI in NY seit gestern früh an Boden! Jetzt wird es spannend, wenn New York heute um 15 Uhr in den Parketthandel startet. Denn wenn Crude WTI NY weiterhin auf dem aktuellen Niveau vor sich hin schwächelt und heute gegen 21 Uhr ebenso aus dem Markt geht, dann zeigt sich innert weniger Tage zum zweiten Male eine grosse Chance für die Bären, die Kurse wenigstens etwas nach unten zu drücken.

Aber eben, dies wird sich erst heute Abend bei Schluss NY zeigen. Und ob unsere Heizöl- und Treibstoffpreise bei einer allfälligen Abwärtskorrektur das Preisniveau von vergangener Woche wieder erreichen ist fraglich. Auch wenn in einem ungemein starken Haussetrend wie dem aktuellen Korrekturen nach unten erfolgen, das vorangegangene Preisniveau ist schwerlich zu erreichen.

Eines sicher: wie gross die Lockdowns und Einschränkungen etc. auch immer sein mögen, der Weg geht nach oben. Und sobald neben all den Hoffnungen in die Impfstoffe und der damit verbundenen, erhofften Rückkehr in eine uns noch nicht bekannten Normalität effektive, wirkliche, tatsächliche Lockerungen ausgesprochen werden, wirken diese wie Brandbeschleuniger.

Rosige Zeiten für die Bullen – dunkle Zeiten für die Bären, vor allem mit einem wie am vergangenen Freitag an den Tag gelegten, absolut inexistenten Selbstvertrauen.

Börsendaten 16.2. 2021um 08:15h

ICE-Gasoil MAR: $521.50 (+3.25$)

ICE-Brent APR: $63.53 (+0.23$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $60.18 (+0.71$)

US-Dollar/CHF: 0.8893 (-0.0014)

Corona weiterhin der Preistreiber Nummer 1

Leichte Lockerung der Corona-Massnahmen in den USA, Militärische Spannungen im Nahen Osten, sowie die Fortsetzung des Impfprogramms liessen die Preise von Freitag auf heute Morgen über 2 Franken pro 100 Liter in die Höhe schnellen.

In den USA wurden bis anhin über 52 Millionen Impfdosen verabreich. Weitere 200 Millionen Dosen will die Regierung einkaufen. Auftrieb gaben darüber hinaus Spekulationen um das US-Konjunkturprogramm, das gegenwärtig auf den Weg gebracht wird, sowie die Förderkürzungen der OPEC+ Allianz. Zudem setzte sich die grundlegend feste technische Lage nach kurzen und vorübergehenden Korrekturen weiter fort.

Börsendaten 15.2. 2021 um 07:45h

ICE-Gasoil MAR: $516.50

ICE-Brent APR: $63.52

NY-Rohöl WTI MÄRZ $60.76

US-Dollar/CHF: 0.8914

Penalty: aber zuerst muss er auch versenkt werden

Und auch gestern ein etwas kurioser Kursverlauf in London wie in NY. Lediglich zwischen Eröffnung NY um 15 Uhr und Schlusskurs Setzung beim Gasoil in London um ca. 17:30h/18h wurde eine heftige Bewegung registriert – und wie könnte es sein, natürlich nach oben! Aber das war’s dann gestern seitens der Bullen. Nach der Schlusskurs Festlegung beim Gasoil in London ging’s zügig bergab bei allen Produkten und zum Schlussgong in NY gingen die Ölwerte mit Ausnahme von Benzin zum Tagestief aus dem Markt.

Somit bleiben also die Chancen für eine vorübergehende Abwärtskorrektur erhalten, ja wurden gar mit dem gestrigen Kursablauf erhöht. Aber es ist immer das gleiche: die Chance ist da, sie muss lediglich noch genutzt, verwertet werden. Und da spielt natürlich auch die Markt Psychologie mit: in den vergangenen Wochen und Monaten dominierten und beherrschten die Haussiers (Bullen) den Markt nach Belieben. Die Baissiers – vor einem Jahr noch in derselben dominierenden Rolle wie heute die Haussiers – sind auf der ganzen Linie verunsichert und mutlos. Also gut möglich, dass trotz bester Voraussetzungen die überfällige Abwärtskorrektur eigentlich nur losgetreten werden müsste, dass einfach nichts oder nicht viel passiert. Den Baissiers fehlt einerseits der Mut und die Haussiers andererseits erkennen, dass der Markt für weitere Avancen zu ausgereizt ist. Das würde dann eben die Querbewegung zur Folge haben.

Aber wie gesagt: die Chancen sind wirklich gut, dass wir in den nächsten ein bis drei Tagen etwas tiefere Heizöl- und Treibstoffpreise sehen werden – bevor die nächste Preisrunde nach oben gestartet wird.

Börsendaten 12.2. 2021um 07:45h

ICE-Gasoil MAR: $496.00 (-6.50$)

ICE-Brent APR: $60.64 (-0.50$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $57.72 (-0.52$)

US-Dollar/CHF: 0.8905 (+0.0002)

Gestriger Kursverlauf erhöht Chance auf Abwärtskorrektur

Charttechnisch interessanter Tag gestern in London und NY – rein vom Tagesgeschehen her aber absolut langweilig! Denn die Notierungen plätscherten so dahin ohne wirkliche Ausschläge, welche vor allem den auf der Lauer liegenden und sehnlichst auf tiefere Kurse schielenden Bären – aber auch den allzeit bereiten Bullen – einen Impuls hätten geben können.

Betrachtet man hingegen die Tagesschlusskurse – und dies interessiert die charttechnisch orientierten Händler hauptsächlich – dann wurden gestern bei allen Produkten nochmals und zum achten Mal in Folge höhere Tagesschlusskurse wie am Vortag erzielt – jetzt sind die Statistiker wirklich gefragt, um eine ebenso lange Reihe in der Vergangenheit zu finden.

Aber wie kamen diese nochmals höheren Schlusskurse zu Stande in einem flachen Tageskursverlauf? Ganz einfach, indem man just in den letzten Handelsminuten des Tages vor Festlegung der offiziellen Tagesschlussnotiz die Kurse nochmals in die Höher trieb – kein schwieriges Unterfangen in einem derart dünnen Markt. Aber mit diesen, statistisch gesehen erneut höheren Schlusskursen ist nun auch die Wahrscheinlichkeit nochmals gestiegen, dass diese Serie in allernächster Zukunft unterbrochen wird.

Die Chancen, dass eine Abwärtskorrektur vor der Haustüre steht ist hoch. Aber wie gestern erwähnt, eine solche Korrektur kann sich in einem derart starken Haussetrend wie dem aktuellen auch dahingehend zeigen, dass sie lediglich in eine Querbewegung übergeht. Ein Phänomen, dass sich immer wieder beobachten lässt.

Aus fundamentaler Sicht registriert man in den USA die tiefsten Rohölbestände seit März 2020, also zu Beginn der Pandemie. In den Folgemonaten nach März 2020 stiegen die US-Bestände auf Grund des Lockdowns und komplettem Einbruch der Reisetätigkeiten etc. massiv in die Höhe. Die Produktion weltweit und in den USA wurde heruntergefahren, teils auch weil viele US-Förderer mit der Fracking Methode in den Konkurs gingen. In den vergangenen Monaten ist der Energieverbrauch wieder angestiegen, die Produktion hingegen nicht besonders. Das hat zum Abbau der Bestände auf nun Vorjahresniveau geführt. Neben den als Turbozündung wirkenden Impfstoffen ein weiteres Hausse Element, welches die Trendrichtung der kommenden Wochen und Monate ausleuchtet.

Also: kurzfristig in den kommenden zwei, drei Tagen noch immer eine Korrektur nach unten, allenfalls nur Querbewegung möglich. Aber in die folgenden Wochen und Monate hinein bläst der Wind weiter nach Norden (oben)!

Börsendaten 11.2. 2021um 08:00h

ICE-Gasoil FEB $498.25 (-2.75$)

ICE-Brent APR: $61.20 (-0.27$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $58.43 (-0.25$)

US-Dollar/CHF: 0.8898 (-0.0009)

Hohe Wahrscheinlichkeit für Abwärtskorrektur

Gestern erzielten die Energiewerte in London und NY erneut neue Höchstwerte – dies zum siebten Mal in Folge! Eine äusserst seltene Anzahl von immer neuen Höchstwerten gegenüber des Vortages und hintereinander – wohl nahe von Rekordwerten, eine Herausforderung für die Statistiker!

Aber im Gegensatz zu den sechs Vortagen lagen die gestrigen Schlusskurse beim Gasoil London und Crude WTI in NY zum ersten Mal leicht unter den morgendlichen Eröffnungskursen – ausser beim Brent London, welches erneut und zum siebten Mal in Folge einen höheren Schlusskurs hinlegte.

Aber jetzt dürfte es wirklich soweit sein, dass uns die erste Korrektur – nicht nur innerhalb von Stunden und des Tages – bevorsteht, sondern eine Korrektur, welche ein bis zwei Tage andauern kann. Aber Achtung: in einem derart starken, bestehenden Haussetrend wie dem aktuellen können sich «Abwärtskorrekturen» auch lediglich nur sehr geringfügig oder in einer querlaufenden Phase zeigen – also dass einfach nur der Anstieg unterbrochen wird.

Die Gefahr besteht nun darin, dass sich der professionelle Einkauf sehr gerne darauf einstellt, dass das Preisgefüge frankenweise in sich zusammenkrachen wird oder könnte. Dass sich das Preisniveau jenen imaginären Bereichen wieder nähert, wo auch das Preis-Wunschdenken angesiedelt ist – aus welche Gründen auch immer. Dabei wird die Chance des unterbrochenen Preisanstieges verpasst. Und wer gesteht sich schon gerne ein, nicht nur die Einkaufchance, sondern auch deren Tiefpunkt verpasst zu haben.

Also die Möglichkeit für eine kurze, temporäre Abwärtskorrektur ist vorhanden und von recht hoher Wahrscheinlichkeit – aber ausgelöst wurde sie noch nicht. Was eben – wie eingangs erwähnt – lediglich zu einer Verschnaufpause vor der nächsten Aufwärtswelle sein könnte.

Also nie ausser Acht lassen, dass der laufende Haussetrend äusserst stark ist, absolut keine Schwäche zeigt und weiteres Aufwärtspotential besitzt.

Schützenhilfe erhalten wir allenfalls vom $. Entgegen den Erwartungen zeigt dieser wieder Schwäche und könnte somit einen allfälligen Rückgang bei den Ölwerten den Rückgang unserer Heizöl- und Treibstoffe etwas verstärken. Da zeigt sich die entscheidende Unterstützung im Bereiche von 89.20 bis 89.00 Rappen.

Börsendaten 10.2. 2021um 07:20h

ICE-Gasoil FEB $498.50 (+2.25$)

ICE-Brent APR: $61.10 (+0.01$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $58.32 (-0.04$)

US-Dollar/CHF: 0.8918 (-0.0005)

Der Rebound der $60/Fass Schwelle beim Rohöl Brent – nach fast genau einem Jahr

Und das (Preis) Rad dreht sich unaufhaltsam weiter nach oben. So auch gestern – mit Eintritt des US-Handels zeigte die Kursnadel erneut nur nach oben. Alle Energiewerten schlossen nahe oder auf Tageshöchstkurs – und an der elektronischen Sitzung setzte sich dieser Trend bis heute früh fort. Somit dürfte wir heute, sollte es in diesem Stile weitergehen, den siebten Haussetag in Folge vor uns haben.

Sechs, oder allenfalls sieben Tage unaufhaltsam nach oben, das ist selbst für die eingefleischtesten Haussiers nicht ein «alltägliches» Verhalten, Konstellation. Eine solche Reihe von unbestritteneren Kursanstiegen ist selten. Was aber erstaunt, ist, dass der Kursanstieg der vergangenen Tage sehr «gesittet» vollzogen wurde. Meist sind während solcher Anstiege einzelne Tage mit aussergewöhnlichen Kursgewinnen zu verzeichnen, Tage wo sich die Bullen in ihrer Euphorie kaum im Zügel halten können. Solche «Ausbrüche» fehlen diesmal, alles lief «rund und gesittet» ab. Ein untrügliches Zeichen, dass dieser seit Anfang November laufende und vergangenen Montag in eine weitere Welle lancierte Haussetrend äusserst fundiert und gesetzt ist, nicht auf teils unbegründeten Meldungen und Gerüchten fusst. Die Anleger haben Vertrauen in die Zukunft, auf eine Rückkehr zu einer Normalität, welche wir wohl in dieser Form noch nicht kennen.

Gestern durchbrach Rohöl Brent in London die psychologische Schwelle von $60/Fass wieder nach oben – ohne jegliche Gegenwehr oder Abpraller oder dergleichen – einfach so wie durch Butter durch. In der der Regel werden solche Werte hart umkämpft und können auch Gegenbewegungen auslösen. Nichts dergleichen. Und dieser Wert von $60/Fass wurde vor ziemlich genau einem Jahr (2. Hälfte Februar 2020) nach unten durchstossen. Dieser Tiefflug erreichte 2. Hälfte April mit ca. $16/Fass ihren Tiefpunkt. Und jetzt gestern wurde diese $60/Fass-Schwelle erneut nach oben durchstossen!

Nun, mit dieser Situation müssen sich die Baissiers im Markte nun ganz einfach abfinden. Trotz allem Wenn und Aber und Corona und weltweiten Lockdowns und was gegen die Hausse spricht: der Wind fegt nach Norden, nicht sturmartig, dafür aber stetig. Und das ist Tatsache, alles andere ist Augenwischerei und Wunschdenken. Und irgendwann muss selbst der überzeugteste Baissiers seinen Warenbedarf eindecken, also warum bis zum letzten Moment warten und sich somit in der Entscheidungsfindung für weiteres Vorgehen selbst einengen?

Börsendaten 9.2. 2021um 07:25h

ICE-Gasoil FEB $500.75 (+7.25$)

ICE-Brent APR: $61.17 (+0.61$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $58.53 (+0.56$)

US-Dollar/CHF: 0.8962 (-0.0062)

Nicht einmal Gewinnmitnahmen zum Schluss der Woche

Und auch am Freitag fand der am vergangenen Montag 1. Februar gestartete Kursanstieg bei allen Ölwerten seine Fortsetzung.

Dass der Trend nach oben zeigt, dürfte wohl nur noch bei den absoluten eingefleischtesten Baissiers in ihrem Wunschdenken allenfalls angezweifelt werden. Wie stark dieser generelle Trend ist, hat die vergangene Woche aufgezeigt. Gestartet wurde dieser Anfang November vergangenen Jahres und vor einer Woche wurde die nächste Stufe gezündet. Also Gasoil gewann allein vergangene Woche rund $40/Tonne, also ca. 9% an Warenwert. Dies allein ist nicht aussergewöhnlich. Dass aber die ganze Woche über und vor allem auch nicht am Freitag auch nur Ansätze für Gewinnmitnahmen, als Gegenbewegungen nach unten, einsetzten, untermauert diesen Trend.

Da blinken die ohnehin schon rosa gefärbten Brillen der Bullen (Haussiers) bei Meldungen, dass im Dezember die Auftragseingänge für in den USA hergestellte Waren stärker als erwartet angestiegen sind, noch einen Tick bunter wie bisher. Das heisst, dass sich das verarbeitende Gewerbe auf eine anhaltend hohe Auftragslage stützen kann.

Dass unsere Heizöl- und Treibstoffpreise einen nicht noch höheren Wochenstart hinlegen, ist dem $ zu verdanken. Dieser hat seinen Höhenflug – vorübergehend – unterbrochen und notiert etwas unter den freitäglichen Werten. Somit dämpft die schwächere US-Währung zumindest ein wenig die höheren Ölkurse an den Börsen ab.

Börsendaten 8.2. 2021um 07:25h

ICE-Gasoil FEB $488.25 (+1.25$)

ICE-Brent APR: $59.88 (+0.54$)

NY-Rohöl WTI MÄRZ $57.41 (+0.56$)

US-Dollar/CHF: 0.8995 (+0.0004)